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Nachdem die ursprüngliche Wehrmachtsausstellung
im November 2000 aufgrund inhaltlicher Ungereimtheiten zurückgezogen
wurde, begann das Hamburger Institut für Sozialforschung damit,
die Ausstellung komplett zu überarbeiten und neu zugestalten.
Mehr Text, weniger Bilder, eine kühle, nüchterne Ausstellung
ist es nun, die die Rolle der deutschen Wehrmacht in Hitlers Vernichtungskrieg
dokumentiert: Das Bild von der sauberen Wehrmacht, die sich nichts
hat zu Schulden kommen lassen, muss revidiert werden. Kein Wunder,
dass das Rechtskonservativen und Neonazis nicht passt. So haben
sich auch in Bielefeld über 1000 Anhänger von Freien Kameradschaften
und rechtsextremen Parteien zur Demonstration angesagt. Allen voran
die NPD, deren Verbotsverfahren eigentlich im Februar beginnen sollte,
allerdings durch die sogenannte V-Mann-Affäre nicht zustande
kam.
Doch nicht nur die Ultra-Rechten zeigen ihrer Abneigung gegenüber
der Ausstellung, auch die Bielefelder Ratsmehrheit tut sich schwer
damit. So verweigerte sie bereits im Vorfeld der Wehrmachtsausstellung
jegliche Unterstützung. Oberbürgermeister David scheint
dabei allerdings eine besondere Taktik zu verfolgen: Offiziell unterstützen
will er die Ausstellung nicht, dennoch wird er als Redner auf der
Abschlusskundgebung bei der Gegendemonstration zu hören sein.
Viele werfen ihm deshalb Doppelmoral vor.
Die Wehrmachtsausstellung polarisiert. Viele möchten nicht,
dass die ehemaligen Soldaten im zweiten Weltkrieg pauschal zu Verbrechern
abgestempelt werden, andere sehen in der Ausstellung eine notwendige
Aufklärung. Nicht nur SS und Gestapo waren die Exekutive im
Dritten Reich, auch die Wehrmacht hat aktiv und passiv Schuld am
Mord an unschuldigen Zivilisten.
Die Wehrmachtsausstellung möchte nach eigenen Aussagen dazu
anregen, eine faire offene und kontroverse Debatte über die
Rolle der Wehrmacht und über die Realitäten des Krieges
zu führen. Sie möchte dem Dialog zwischen den Generationen
dienen und das tolerante und friedliche Zusammenleben in unserer
Gesellschaft weiter entwickeln. Ein einfacher und honoriger Anspruch
also, der einigen aber nicht so richtig zu passen scheint.
Aus Deutschland zum letzten Mal Dirk Döding und Fabio Magnifico.
Wir verabschieden uns und bedanken uns für die schöne
Zeit und die gute Zusammenarbeit mit Euradiophoria. Auf wiederhören
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